FRAGEN

Wer hat die Stolpersteine erfunden?



Warum agieren wir getrennt von der „Initiative Stolpersteine für München“?



Warum sind die Stolpersteine in München so umstritten?







Sind Stelen und Wandtafeln nicht ausreichend?








Wie erfolgt die praktische Umsetzung, falls das Begehren und danach der Entscheid erfolgreich verlaufen?





Wer sind wir?





Die Idee der Stolpersteine wurde von Gunter Demnig aus Köln entwickelt. Nähere Informationen finden Sie unter http://www.stolpersteine.eu/ 





Die Initiative hat sich über viele Jahre maßgeblich für Stolpersteine in München eingesetzt, viel recherchiert, tausende Gespräche geführt und verlegt derzeit Stolpersteine auf privatem Grund, wo dies möglich ist. Wir schätzen diese Arbeit sehr und wollen sie durch unser Bürgerbegehren für Stolpersteine auf öffentlichem Grund ergänzen. 




Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat sich gegen die Stolpersteine ausgesprochen, um die Opfer nicht wieder mit Füßen getreten zu sehen. Wir schätzen Frau Knobloch, teilen ihre Haltung in dieser Sache jedoch nicht. Wir halten es eher mit dem aktuellen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, für den wir uns – zum Lesen der Stolpersteine – vor den Opfern verneigen müssen. 

Wir sehen in den Stolpersteinen eine Chance, allen Bürgern unserer Stadt täglich in Erinnerung zu rufen, dass die Opfer aus der Mitte unserer Gesellschaft kamen und wir aktiv sein müssen, dass so etwas nie wieder passiert. Wir können mit den Stolpersteinen dezent aber kraftvoll die Namen der Verstorbenen wieder zum Leben erwecken. Denn jeder hat den Boden im Blick, andere Gedenkformen jedoch nicht immer. 


Stelen und Wandtafeln sind ein kostspieliger und aufwändiger Münchner Sonderweg.

Stelen müssen fest im Boden verankert werden, was ein umfangreiches Genehmigungsverfahren erfordert und nicht überall möglich ist. Zudem werden bereits die ersten Stelen als Fahrradabstellstangen missbraucht.

Wandtafeln sind nur dort möglich, wo alle heutigen Hauseigentümer zustimmen. Dies ist mitunter sehr mühsam oder auch nicht immer von Erfolg gekrönt. Zusätzlich sind die Wandtafeln gegenüber Hausnummern-Schildern, großen Namensschildern von Ärzten und Anwälten sowie weiteren Plaketten an der Wand klein und werden häufig nur vom interessierten Sucher überhaupt wahrgenommen.

Wir sprechen uns explizit nicht gegen andere Formen des Gedenkens aus, sondern möchten nur erreichen, dass auch Stolpersteine in München verlegt werden DÜRFEN.



Wenn der Bürgerentscheid positiv verläuft, müssen viele Fragen geklärt werden, z.B. wer die Recherchen durchführt, wie Angehörige eingebunden werden können, wer das letzte Wort in Streitfällen hat etc. Hierzu gibt es bereits z.T. Entscheidungen des Münchner Stadtrates hinsichtlich Stelen und Wandtafeln, die dafür herangezogen werden könnten. Auch die Erfahrungen anderer Städte, wie z.B. Augsburg, können als Anregung dienen. All dies muss dann aber vom Stadtrat entschieden werden und ist nicht Gegenstand unseres Bürgerbegehrens. Uns geht es nur darum, dass Stolpersteine verlegt werden DÜRFEN.



Wir sind vier Initiatoren, die das Bürgerbegehren aus tiefer Überzeugung angestoßen haben und engagieren uns hier gemeinsam überparteilich und überkonfessionell.

Hildebrecht Braun, Vorsitzender des Vereins. Er ist Rechtsanwalt und hat als ehemaliges Mitglied des Münchner Stadtrats und des Bundestages bereits mehrere Volksbegehren angestoßen.

Ralph Deja, Schatzmeister des Vereins. Nach führenden Tätigkeiten in internationalen Unternehmen arbeitet er heute als Business Coach und engagiert sich ehrenamtlich im interkulturellen und interreligiösen Dialog.

Dr. Dorothee Piermont, stellvertretende Vorsitzende. Sie war 10 Jahre Mitglied im Europäischen Parlament und arbeitete als Antiquarin einige Jahre ehrenamtlich im Projekt der Bayerischen Staatsbibliothek zur Restitution von geraubten Büchern.

Dagmar Föst-Reich, stellvertretende Vorsitzende. Sie ist Mutter von zwei kleinen Kindern und berufstätig in einer Versicherung. Sie ist in der Kommunalpolitik aktiv.

Und weiter: Inzwischen unterstützen uns viele Mitstreiter und Mithelfer. Wir freuen uns jedoch sehr über weitere Helfer beim Sammeln von Unterschriften im eigenen Umfeld und an Infoständen. Auch im Social Media Bereich benötigen wir dringend weitere Unterstützung, insbes. um unser Team mit neuen Ideen zu bereichern – wir freuen uns auf Sie!