Wer hat die Stolpersteine erfunden?
Die Idee der Stolpersteine wurde von Gunter Demnig aus Köln entwickelt. Nähere Informationen finden Sie unter http://www.stolpersteine.eu/

Warum sind die Stolpersteine in München so umstritten?
Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat sich gegen die Stolpersteine ausgesprochen, um die Opfer nicht wieder mit Füßen getreten zu sehen. Der Stadtrat ist ihr zweimal gefolgt. Viele Bürger waren mit diesen Beschlüssen nicht einverstanden, speziell deshalb, weil von München der ganze Nazi-Terror ausging, der Deutschland und Europa verwüstet hat.
Wir schätzen Frau Knobloch, teilen ihre Haltung in dieser Sache jedoch nicht. Wir halten es mit dem aktuellen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, der darauf hinweist, dass wir uns zum Lesen der Inschriften auf den Stolpersteinen vor den Opfern verneigen müssen.
Stolpersteine werden für alle Opfer des NS-Regimes verlegt, also nicht nur für Juden, sondern auch für Menschen anderer Glaubensrichtungen, für politisch Andersdenkende, für Angehörige anderer Gruppen, Kranke etc.

Sind Stelen und Wandtafeln nicht ausreichend?
Stelen (1.000€) und Wandtafeln (500 €) sind ein kostspieliger und aufwändiger Münchner Sonderweg (Stolpersteine 120 €).
Stelen müssen fest im Boden verankert werden, was ein umfangreiches Genehmigungsverfahren erfordert und nicht überall möglich ist. Zudem werden bereits die ersten Stelen als Fahrradabstellstangen missbraucht.
Wandtafeln sind nur dort möglich, wo alle heutigen Hauseigentümer zustimmen, was nicht immer gegeben ist. Auch erscheinen die Wandtafeln gegenüber Hausnummern-Schildern und Namensschildern von Anwälten oder Firmen etc. klein und werden häufig nur von interessierten Besuchern überhaupt wahrgenommen.
Dennoch freuen wir uns über jede Stele und jede Wandtafel. Wir meinen nur, dass der ungeheure Umfang des Massenmordes über Stolpersteine sehr viel besser erkennbar wird. Wir wollen, dass – wie in den anderen deutschen Städten – Stolpersteine auch auf öffentlichem Grund, d.h. auf Gehwegen verlegt werden DÜRFEN. Augsburg hat z.B. einen guten Kompromiss gefunden, mit dem nun alle Beteiligten dort gut leben können.
Wir sehen in den Stolpersteinen eine Chance, allen Bürgern unserer Stadt täglich in Erinnerung zu rufen, dass die Opfer aus der Mitte unserer Gesellschaft kamen und wir aktiv sein müssen, damit so etwas nie wieder passiert. Wir können mit den Stolpersteinen dezent aber kraftvoll die Namen der Verstorbenen wieder zum Leben erwecken. Denn jeder hat den Boden im Blick, andere Gedenkformen jedoch nicht immer.

Wie erfolgt die praktische Umsetzung, falls das Begehren und danach der Entscheid erfolgreich verlaufen?
Wenn sich die Mehrheit der Münchner Bürger für die Zulassung von Stolpersteinen entscheidet, wird es Sache des Stadtrates sein, alle Folgefragen zu klären, z. B. wer die Recherchen durchführt, wie Angehörige von Opfern eingebunden werden können / sollen, wer das letzte Wort in Streitfällen hat etc.

Warum agieren wir parallel zur „Initiative Stolpersteine für München“?
Die vom Ehepaar Bernstein gegründete Initiative, die heute von Terry Swartzberg geführt wird, hat sich über viele Jahre mit großem Engagement für Stolpersteine in München eingesetzt, viel recherchiert, tausende Gespräche geführt. Sie verlegt derzeit Stolpersteine auf privatem Grund, wo dies möglich ist und wird dies weiter tun. Wir schätzen diese Arbeit sehr und wollen sie durch unser Bürgerbegehren für Stolpersteine auf öffentlichem Grund ergänzen. http://www.stolpersteine-muenchen.de/
 
 
Wer sind wir?
Wir sind vier Initiatoren, die das Bürgerbegehren aus tiefer Überzeugung angestoßen haben und engagieren uns hier gemeinsam überparteilich und überkonfessionell. Zu diesem Zweck haben wir den Verein „Bürgerbegehren für Stolpersteine in München e. V.“ gegründet.

Hildebrecht Braun, Vorsitzender. Er ist Rechtsanwalt und hat als ehemaliges Mitglied des Münchner Stadtrats und des Bundestages zwei Volksbegehren zum Erfolg geführt.

Ralph Deja, Schatzmeister. Nach führenden Tätigkeiten in internationalen Unternehmen arbeitet er heute als Business Coach und engagiert sich ehrenamtlich im interkulturellen und interreligiösen Dialog.
Dr. Dorothee Piermont, stellvertretende Vorsitzende. Sie war 10 Jahre Mitglied im Europäischen Parlament und arbeitete aufgrund ihrer Erfahrungen als Antiquarin einige Jahre ehrenamtlich im Projekt der Bayerischen Staatsbibliothek zur Restitution von geraubten Büchern.
Dagmar Föst-Reich, stellvertretende Vorsitzende. Sie ist Mutter von zwei kleinen Kindern und berufstätig in einer Versicherung. Sie ist in der Kommunalpolitik aktiv.

Und weiter:
Inzwischen unterstützen uns viele Mitstreiter und Mithelfer. Wir freuen uns jedoch sehr über weitere Helfer beim Sammeln von Unterschriften im eigenen Umfeld und an Infoständen, aber auch bei der Gewinnung von Spenden, denn auch unsere Aktion kostet Geld. Auch im Social Media Bereich benötigen wir dringend weitere Unterstützung, insbes. um unser Team mit neuen Ideen zu bereichern – wir freuen uns auf Sie!